Anlagentechnik

Kessel

Der Abfall aus dem Müllbunker gelangt durch die Trichter und über die Aufgabeschieber zur Verbrennung in die Kessel.

Die geschwindigkeitsgeregelten Aufgabeschieber, eine spezielle Art von Fördersystem, dosieren die zugeführte Menge Abfall so, wie sie in den Kesseln als Brennstoff für die Dampferzeugung benötigt wird. Die für die Verbrennung der Abfälle erforderliche Luft wird aus dem Müllbunker und dem Kesselhaus angesaugt.

Der Kern der Verbrennungseinheiten besteht bei vier Kesseln aus einer Walzenrostfeuerung und bei einem Kessel aus einer Vorschubrostfeuerung. Hier kommt die Primärluft aus dem Müllbunker zum Zuge: Sie wird durch die sich langsam drehenden Rostwalzen bzw. durch das Vorschubrost in den Kessel eingeblasen. Über die Walzen / das Vorschubrost wird der inzwischen brennende Abfall gleichmäßig durch die Feuerung gefördert. Die dabei entstehenden Rauchgase werden, bevor sie den Feuerraum verlassen, über zwei sich drehende Düsenrohre mit der Sekundärluft aus dem Kesselhaus vermischt. Dadurch wird sichergestellt, dass auch die Gase so gut wie möglich ausbrennen. Auf der letzten der sechs Rostwalzen ist aus dem Abfall weitestgehend Schlacke* geworden. Von 1000 kg Abfall sind es hier nur noch ca. 250 kg Schlacke*. Sie fällt von der Walze nach unten in den Nassentschlacker und wird in den Schlackebunker abtransportiert.

Pro Stunde können, je nach aktuellem Heizwert, in jedem der bis zu 4 in Betrieb befindlichen Kessel der Müllverbrennungsanlage Wuppertal zwischen 12 t** und 15 t** Abfall verbrannt werden. Die jährlich verbrannte Abfallmenge beträgt ca. 400.000 t**.

Die bei der Verbrennung anfallende Energie wird zur Dampferzeugung genutzt. Im sogenannten Druckteil des über der Walzenrostfeuerung angebrachten Kessels wird aus Wasser Wasserdampf, mit einem Druck von 35 bar und einer Temperatur von 385 °C. Mit diesem Dampf erzeugen 2 Turbinen mit Hilfe von 2 Generatoren eine elektrische Leistung von bis zu 40 MW bei 10 kV Spannung.

Die bei der Verbrennung anfallenden Rauchgase werden durch den Druckteil zunächst dem Elektrofilter zugeführt und dort von über 99 % der Staubpartikeln befreit. Anschließend gelangen die Rauchgase dann zur chemischen Rauchgasvorreinigung.

 

Erläuterung:
* Schlacke = wird im Sprachgebrauch benutzt; technisch richtig ist der Begriff "Asche"
** 1 t = 1 Tonne = 1 Mg = 1.000.000 Gramm

Stand: 18.12.2017