Abfallwirtschaft

Sammel- und Abfallbilanz der AWG 2015

FÜR DAS STADTGEBIET WUPPERTAL

Die Sammel- und Abfallbilanz (*) der AWG dokumentiert für das Jahr 2015, mit 406 kg Abfällen pro Wuppertaler Einwohner und Jahr eine geringere Abfallsammelmenge pro Einwohner als im Jahre 2014. Diese Zahl resultierend aus einer gestiegenen Bevölkerungszahl bei einer - gegenüber dem Vorjahr - nahezu gleichgebliebenen Abfallsammelmenge.

Die Höhe des Abfallaufkommens liegt aber weiterhin im langjährigen Rahmen und immer noch weit unter langjährigen Landes- und Bundesdurchschnitt. Die vom NRW Umweltminis-terium ("Siedlungsabfallbilanz für das Jahr 2013") mit dieser AWG-Statistik vergleichbare Menge der Haushaltsabfälle beträgt 462kg/E.

Die Bioabfallsammlung verbleibt auf dem Vorjahresniveau, die Anzahl der Abfallbehälter konnte erneut um ca. 2.550 Behälter gesteigert werden - nunmehr sind fast 30.000 Behälter aufgestellt.

Die Wuppertaler Recyclinghöfe erfreuen sich weiterhin eines hohen Zuspruchs von Bürge-rinnen und Bürger, die entgeltpflichtige Abfälle entsorgen und die nicht kostenpflichtige Dienstleistungen der AWG in Anspruch nehmen. Weiterhin erfolgreich sind die aufgestellten "AWG Bücherboxen", die von Beginn an gut angenommen wurden und sich eines andauern-den regen Zuspruchs von Bücherspendern, aber auch von buchinteressierten Lesern, erfreuen.

Die Bemühungen der AWG Fremdanlieferungen aus Nachbarstädten an den Recyclinghöfen zu unterbinden, wurde ebenso weiter aufrechterhalten, wie die Kontrolle und Unterbindung gewerblicher Anlieferungen von Sperrmüll, Grünschnitt und Bauschutt.
Erstaunlich ist der Mengenanstieg der auf den Recyclinghöfen separat erfassten Altholzfraktion, die im letzten Jahr erstmalig aufgeführt wurde. Sie wurden in der Vergangenheit vor allem den gewerblichen Sammelmengen, in geringem Maß auch dem Sperrmüll, zugeordnet. Sie sind aber, da sie an den Recyclinghöfen erfasst werden, ganz überwiegend privaten Ursprungs. Leider können die gewerblichen Abnehmer dieser biogenen Materialien eine hochwertige Verwertung nicht ganzjährig gewährleisten, so dass immer wieder Teilmengen mit der allgemeinen Sperrmüllverwertung entsorgt werden müssen.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt die Entwicklung einzelner Abfallfraktionen exemplarisch in Bezug auf Einwohnerzahl und Jahr:

Ausgesuchte Abfälle pro Einwohner u. Jahr in Wuppertal
(alle Angaben in kg/E/Jahr)
  2012 2013 2014 2015
Haus- u. Sperrmüll (Summe) 240,9 240,9 244,9 240,5
davon: Hausmüll 185,6 180,3 184,8 182,3
Sperrmüll 55,3 60,6 60,1 58,2
Bioabfälle (Summe) 43,5 42,4 49,5 47,7
davon: Biotonne 23,8 24,8 29,6 29,1
R-Höfe (Bio) 12,6 10,3 11,8 9,6
Strauch- u. Astwerk 1,3 1,3 1,5 1,0
Laub 1,5 1,3 1,2 1,3
Weihnachtsbäume 0,7 0,7 0,7 0,6
Altholz 3,6 4,0 4,8 6,0
Glas 18,9 18,5 18,0 18,2
Papier 62,6 61,2 61,4 60,6
Leichtverpackungen (LVP) 22,8 22,5 21,7 24,0
Elektro/Elektronik-Schrott 8,5 7,8 8,2 7,6
Altkleider 1,7 1,8 2,4 2,4
Schrotte auf d. Recyclinghöfen 1,4 1,1 1,3 1,5
 
Stadt Wuppertal 347.945 Einwohner 347.891 Einwohner 349.237 Einwohner 352.280 Einwohner

 

Das andauernde Ärgernis der illegalen und gesetzeswidrigen Schrott- und Elektro­altgeräte­sammlungen Dritter und das systematische Durchsuchen und Berauben des Sperrmülls bleibt leider weiterhin bestehen.

Umso erfreulicher ist wiederum das Ergebnis der Sammlung von Elektroaltgeräten bzw. Elektroschrott über die Recyclinghöfe, die turnusmäßige Sperrmüllsammlung und vor allem über die ca. 420 Sammelcontainer an den Wertstoffsammelplätzen, die auf hohem Niveau verbleibt. Die Sammlung von Elektroaltgeräten bzw. Elektroschrott bleibt weiterhin mit einem hohen personellen und organisatorischen Aufwand verbunden.

Der Markt für Alttextilien ist weiter umkämpft. "Wilde", ungenehmigte Sammlungen, eine Vielzahl von willkürlich, oft ohne Genehmigung der Grundstückseigentümer, aufgestellte Sammelcontainer, aber auch Diebstähle aus den Sammelcontainern der AWG, verweisen auf die "Wertigkeit" der Alttextilien. Es bedarf großer administrativer und personeller Anstrengungen, diese negativen Entwicklungen einigermaßen im Zaum zu halten, u.a. durch eine intensive, auch juristisch abgesicherte Überwachung der Sammlungen und in der Folge ggf. Entfernung der illegalen Container. Die Rechtsauffassung der AWG und der Stadt Wuppertal wurden im Übrigen in einem Rechtsstreit mit einem gewerblich Sammler im Herbst 2015 durch eine bundesweit beachtete Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster bestätigt.

Die Intensivierung der Sammlung und der erhöhte Aufwand haben auch im diesjährigen Sammelergebnis seinen Niederschlag gefunden. Die Erlöse, die leider von einem volatilen Marktgeschehen abhängig sind, reduzieren die Kosten der Abfallsammlung in Wuppertal und tragen damit zur relativen Stabilität der Müllgebühren bei.

Im Berichtsjahr hat sich die im Vorjahr neu eingerichtete stationäre Schadstoffsammlung der AWG auf dem Recyclinghof Bornberg etabliert und verzeichnet eine wachsende Nutzerzahl. Gleichzeitig wurde die weiter bestehenden und nahezu täglich angebotenen - aber um einige Sammelstandorte reduzierte - mobilen Sammlungen gut frequentiert. Insgesamt wurde für die Bürger die wöchentlichen Annahmezeiten von Schadstoffen erheblich ausgeweitet.

(*) Die Abfall- und Sammelbilanz 2015 dokumentiert die Abfallmengen, die die AWG im Rahmen ihrer Straßensammlung und an ihren Recyclinghöfen aus Wuppertaler Privathaushalten gesammelt hat. Nicht erfasst sind alle Abfallmengen, die nicht der Überlassungspflicht an die Stadt Wuppertal unterliegen oder nicht der AWG angedient werden müssen. Dies gilt vor allem für die Abfälle aus Handel, Industrie und Gewerbe, aber auch für bestimmte Abfälle aus Privathaushalten, beispielsweise Bauschutt oder Abfälle aus Haushaltsauflösungen. Solche Abfälle, die von privaten Dritten (z. B. Containerdiensten) entsorgt werden, werden auch nicht immer im Müllheizkraftwerk Korzert entsorgt, vielmehr sind die Entsorgungswege der gewerblichen Müllentsorger sehr individuell und unterschiedlich. Deshalb gibt die Abfall- u. Sammelbilanz nur einen, in der Gesamtschau zwar sehr großen, aber eben nicht vollständigen Überblick über das Abfallgeschehen in Wuppertal.

Die komplette Abfallbilanz können Sie im PDF-Format hier downloaden: Abfallbilanz 2004 (PDF-Format)

Stand: 18.12.2017