Gewerbe und Abfall

Ausfüllhilfe zum Fragebogen

In dem Fragebogen wird oft der Begriff "gewerblich" benutzt. Er bezieht sich aber auch auf Angehörige der freien Berufe.

Punkt 1 (Sind Sie bereits gewerblicher Entsorgungskunde der AWG?)
Falls dies zutreffend ist, tragen Sie hier bitte Ihre 8-stellige Kundennummer ein. Sie finden Sie auf der letzten Rechnung. Sie beginnt mit der Ziffer "6".

Punkt 2 (Ich habe in Wuppertal mehrere Gewerbebetriebe)
Bitte führen Sie hier alle Betriebsstätten in Wuppertal auf. Und zwar unabhängig davon, ob Sie für die Standorte eine separate Gewerbeanmeldung vorgenommen haben oder nach § 14 der Gewerbeordnung verpflichtet waren, die Hinzunahme einer Betriebsstätte anzuzeigen. Gleiches gilt auch, wenn Sie nicht den Bestimmungen der Gewerbeordnung unterliegen. Ggfs. können Sie das Formular kopieren oder mehrfach ausdrucken.

Punkt 3 (Die Anschrift lautet)
Tragen Sie bitte hier den Standort Ihres Betriebes, Filiale oder sonstigen Standortes ein. Unter "Rechnungsanschrift" können Sie ggfs. die Adresse Ihres Hauptsitzes oder der Zentrale eintragen.

Punkt 4 (Mein Unternehmen gehört zur Branche)
Hier sollte nur eine Branche eingetragen werden. Ist ihr Unternehmen mehreren Branchen zuzuordnen, wählen Sie bitte die umsatzstärkste aus. Falls dies nicht möglich ist, erläutern Sie Ihr Haupttätigkeitsgebiet unter der Rubrik "Sonstige Branche".

Punkte 5 - 7 (Anzahl der Beschäftigten, Betten, Plätze, Schüler usw.)
Tragen Sie bitte die entsprechenden Zahlen nach dem aktuellen Stand ein. Sind z.B. Ihre Beschäftigtenzahlen saisonal stark schwankend, rufen Sie uns bitte unter Tel. 0202/4042-400 an.

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

1. Was will die Verordnung und was fordert sie vom Gewerbetreibenden?
Die Gewerbeabfallverordnung soll die Ungleichbehandlung zwischen privaten Haushaltungen und Gewerbebetrieben, die als Folge des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes aufgetreten ist, minimieren und betrifft somit alle Gewerbebetreibenden und Freiberufler. Die Verordnung unterstellt, dass in jedem Betrieb, unter anderem auch gewerbliche Siedlungsabfälle, die nicht verwertbar sind, anfallen.

2. Wie sind die Folgen für die Gewerbebetreibenden?
Diese als "haushaltsähnliche" Gewerbeabfälle bezeichneten Mengen sind zukünftig über den öffentlichen Entsorgungsträger (AWG) einer zugelassenen Beseitigungsanlage zu überlassen. Gewerbetreibende im Sinne der Verordnung sind auch die Freiberufler, also z.B. etwa niedergelassene Ärzte, Rechtsanwaltkanzleien oder Architekturbüros.

3. Wie wird die Gewerbeabfallverordnung in Wuppertal umgesetzt?
Mit der Umsetzung und Durchführung in Wuppertal ist die AWG Abfallwirtschaftsgesellschaft Wuppertal mbH als kommunaler Entsorger von der Stadt Wuppertal beauftragt.
Den Erzeugerinnen und Erzeugern von gewerblichen Siedlungsabfällen (Gewerbebetriebe, Krankenhäuser, Verwaltungen usw.) wird ein Restabfallbehältervolumen ("kommunaler Pflicht- Restabfallbehälter" nach der Einwohnergleichwerttabelle) zugeteilt. Je Einwohnergleichwert wird ein Regelvolumen von 15 l pro Woche zur Verfügung gestellt. Die Summe der Einwohnergleichwerte wird bei Teilwerten auf den vollen Einwohnergleichwert aufgerundet.

4. Wie wird der Einwohnergleichwert berechnet?
Einwohnergleichwerte (EWG) werden nach folgender Regelung festgestellt:

Unternehmen/Institution je Platz/Beschäftigten/Bett Einwohner- gleichwert
Beherbergungsbetriebe je 4 Betten 1
Schankwirtschaften; Eisdielen je Beschäftigten 2
Speisewirtschaften; Imbissstuben je Beschäftigten 4
Krankenhäuser, Pflegeheime u.ä. Einrichtungen je Bett 1
Sanatorien; Haftanstalten je 5 Betten/Plätze 1
Schulen, Kindergärten (Kind, Schüler, Lehrer, sonst. Personal) je 10 Personen 1
öffentliche Verwaltungen; Geldinstitute;
Krankenkassen; selbstständig Tätige der freien Berufe;
selbstständige Handelsvertreter,
selbstständige Industrie- und Versicherungsvertreter;
Verbände; Versicherungen
je 3 Beschäftigte 1
Lebensmitteleinzelhandel, Lebensmittelgroßhandel; Baumärkte je Beschäftigten 2
sonstiger Einzel- und Großhandel je 2 Beschäftigten 1
Industrie, Handwerk und übrige Gewerbe je 2 Beschäftigten 1

Beschäftigte sind alle in einem Betrieb Tätige (z.B. Arbeitnehmer/-in, Unternehmer/-in, mithelfende Familienangehörige, Auszubildende) einschließlich Zeitarbeitskräfte.

Halbtags Beschäftigte werden zur Hälfte bei der Veranlagung berücksichtigt; Beschäftigte, die weniger als die Hälfte der branchenüblichen Arbeitszeit tätig sind, werden bei der Veranlagung zu einem Viertel berücksichtigt.

In begründeten Ausnahmefällen kann auf Antrag von den Festlegungen abgewichen werden, z.B. bei nachgewiesener Nutzung von Vermeidungs- und Verwertungsmöglichkeiten. In diesen Fällen legt die Stadt/AWG aufgrund der vorgelegten Nachweise und ggf. eigenen Erkenntnisse das zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Entsorgung erforderliche Behältervolumen fest. Das vorzuhaltende Mindestvolumen beträgt dann 7,5 Liter pro Woche je Einwohnergleichwert.

5. Fragen aus der Praxis
Das errechnete Behältervolumen ist durch die angebotenen Behälter nicht exakt aufzustellen

Die aufzustellenden Behälter werden auf das nächst größere Behältervolumen aufgerundet. Es stehen 60l, 80l 120l, 240l, 660 l und 1.100 l Behälter zur Verfügung.

Kann der Kunde Tonnengemeinschaften bilden?
Mit Haushalten, die die grauen/grünen Restmüllbehälter oder Container nutzen ist dies grundsätzlich nicht möglich. Ausnahmen sind als Einzelentscheidungen mit der Stadt Wuppertal (Untere Abfallbehörde) bzw. der AWG abzustimmen.

Mit anderen Gewerbebetrieben im gleichen Haus ist dies möglich. Es erfolgt jedoch nur eine Rechnungsstellung. Ein gemeinsamer Antrag muss gestellt werden.

Für eine individuelle Beratung zu diesem Thema rufen Sie bitte unsere Hotline an unter Tel. (0202) 4042-400

Der Kunde rechnet zurzeit mit seinem Vermieter die Gewerbetonne ab
Er benötigt einen separaten Restabfallbehälter der AWG, der ihm direkt zugeordnet ist.

Der Kunde besitzt einen Vertrag mit einem anderen Entsorger
Der Restabfallbehälter der AWG ist eine Pflichttonne, die der Kunde nehmen muss. Der Kunde sollte sich mit seinem bisherigen Entsorger in Verbindung setzen.

Was passiert, wenn sich der Kunde weigert, einen Restabfallbehälter der AWG zu nehmen?
Der Kunde handelt gemäß § 11 GewAbfV Nr. 7 ordnungswidrig im Sinne des § 61 Abs.1 Nr. 5 Kreislaufwirtschafts-/Abfallgesetz (KrW-/AbfG). Die Bearbeitung erfolgt durch die Untere Abfallwirtschaftsbehörde der Stadt Wuppertal. Es kann ein Bußgeld verhängt werden.

6. Wie erfolgt die Rechnungsgestellung?
Die Rechnungen werden von der AWG quartalsweise erstellt.

BERECHNUNGSBEISPIEL

Die Gesenkschmiede XYZ beschäftigt 86 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Hiervon sind 12 Beschäftigte Halbtagskräfte:

74 Beschäftigte x Einwohnergleichwert 0,5 = 37 EWG  
12 Beschäftigte x Einwohnergleichwert 0,25 =   3 EWG
Summe = 40 EWG

Dies ergibt: 15 Liter/Woche/Einwohnergleichwert = 600 Liter Gefäßvolumen / Woche


EMail an: Gewerbeservice der AWG

Stand: 18.12.2017