Sammel- und Abfallbilanz der AWG 2011

Für das Stadtgebiet Wuppertal

Die Abfall- und Sammelbilanz 2011 dokumentiert die Abfallmengen, die die AWG im Rahmen ihrer Straßensammlung und an ihren Recyclinghöfen aus Wuppertaler Privathaushalten gesammelt hat. Nicht erfasst sind alle Abfallmengen, die nicht der Überlassungspflicht an die Stadt Wuppertal unterliegen oder nicht der AWG angedient werden müssen. Dies gilt vor allem für die Abfälle aus Handel, Industrie und Gewerbe, aber auch für bestimmte Abfälle aus Privathaushalten, beispielsweise Bauschutt oder Abfälle aus Haushaltsauflösungen. Solche Abfälle, die von privaten Dritten (z. B. Containerdiensten) entsorgt werden, werden auch nicht immer im Müllheizkraftwerk Korzert entsorgt, vielmehr sind die Entsorgungswege der gewerblichen Müllentsorger sehr individuell und unterschiedlich. Deshalb gibt die Abfall u-Sammelbilanz nur einen, in der Gesamtschau zwar sehr großen, aber eben nicht vollständigen Überblick über das Abfallgeschehen in Wuppertal.

Die Sammel- und Abfallbilanz der AWG konstatiert für das Jahr 2011 eine nahezu gleichbleibende Abfallmenge, wobei das Pro-Kopf-Aufkommen - innerhalb der normalen Schwankungsbreite der langjährigen Statistik - leicht gesunken ist. Mit 414 kg pro Wuppertaler Einwohner und Jahr liegt das Ergebnis damit weit unter der aktuellsten vom NRW Umweltministerium (?Abfallbilanz für die Jahre 2008 und 2009?) - mit 470 kg/E im Jahre 2009 angegebenen vergleichbaren Menge der Haushaltsabfälle.

Die Sammelmengen für Haus- und Sperrmüll sind in Summe nahezu gleich geblieben. Gestiegen ist die Menge der Bioabfälle; hier zeigt offensichtlich auch die kontinuierliche Werbung für die haushaltsnahen Sammlung über die Biotonne Wirkung - nunmehr sind fast genau 20.00 Behälter aufgestellt. Die Sammelmenge von Grünabfällen an den Recyclinghöfen stabilisierte sich mit leicht positivem Ergebnis gegenüber dem Vorjahr.

Die Wuppertaler Recyclinghöfe sind ein fester Bestandteil des Entsorgungsangebots der AWG mit der weiterhin hohen Zahl von über 156.000 Anlieferern. Neben den Besucherzahlen sind es aber auch die steigenden Abfallmengen, die auf den Recyclinghöfen entsorgt werden, die den Stellenwert dieser Einrichtungen unterstreichen. In diesem Zusammenhang werden die Bemühungen der AWG Fremdanlieferungen aus Nachbarstädten zu unterbinden, weiter aufrecht erhalten. Sorge bereiten der AWG die verdeckten gewerblichen Anlieferungen. Gewerbetreibende dürfen - bis auf Papier und Pappe - keine Abfälle auf den Recyclinghöfen entsorgen, da der Betrieb der Recyclinghöfe und die Entsorgung der dort gesammelten Abfälle von den Wuppertaler Bürgern und Gebührenzahlern finanziert wird. Hingegen sind Gewerbetreibende nicht gesetzlich verpflichtet, ihre Abfälle der Stadt Wuppertal, bzw. der AWG, anzudienen. In der Folge zahlen sie auch keine Abfallgebühren. Da die Entgelte, die auf den Recyclinghöfen in Rechnung gestellt werden, bei weitem nicht kostendeckend sind, finanzieren somit die Wuppertaler Abfallgebührenzahler die Entsorgung gewerblicher Abfälle. Die AWG überlegt deshalb, den Nutzerkreis der Recyclinghöfe strikt zu reglementieren und konsequent zu überprüfen.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt die Entwicklung einzelner Abfallarten exemplarisch im Bezug auf Einwohnerzahl zu Jahr und verdeutlich die relative Konstanz der Sammelergebnisse.

Ausgesuchte Abfälle pro Einwohner u. Jahr in Wuppertal
(alle Angaben in kg/E/Jahr)
  2007 2008 2009 2010 2011
Haus- u. Sperrmüll 257,6 254,9 256,9 256,7 254,0
davon: Hausmüll 188,7 185,0 190,8 192,3 191,7
Sperrmüll 68,9 69,9 66,2 64,4 62,3
Bioabfälle (Summe) 33,7 31,3 35,0 34,8 38,8
davon: Biotonn 11,6 14,9 17,3 18,8 22,1
R-Höfe (Bio) 18,2 13,6 14,5 12,9 13,5
Strauch- u. Astwerk 0,9 0,7 1,0 1,1 1,2
Laub 2,3 1,5 1,6 1,4 1,4
Weihnachtsbäume 0,7 0,7 0,6 0,6 0,7
Glas 20,9 20,2 20,0 19,2 19,7
Papier 59,5 64,0 62,4 68,4 65,2
LVP 20,6 21,1 21,2 21,7 22,5
E-Schrott 7,4 7,8 9,4 7,5 7,4
Altkleider 2,1 1,9 2,1 2,0 1,6
Schrotte R-Hof 1,3 1,3 1,9 1,7 1,8


Zur Aufstellung ist anzumerken, dass die AWG im Rahmen der Sammlung von Elektroaltgeräten bzw. Elektroschrott, beginnend im Jahre 2012, ihre Sammelbemühungen durch die Aufstellung von ca. 420 Sammelcontainern an der Wertstoffsammelplätzen im Stadtgebiet wesentlich intensiviert hat.

Überregional betrachtet erzielte Wuppertal mit den Sammelmengen für Elektro- bzw. Elektronikschrott und Elektroaltgeräten mit ca. 7, 4 kg pro Kopf und Jahr immer noch ein bundesdeutsches Spitzenergebnis, wobei das Elektro-/ Elektronikschrottgesetz eine durchschnittliche Sammelquote von 4 kg/Einwohner/Jahr fordert. Die Sammelergebnisse zeigen im Detail aber auch, dass die organisierten Schrottsammlungen und das systematische Durchsuchen der Sperrmülls - trotz aller durchaus nicht ohne Wirkung bleibenden Bemühungen der AWG, letztendlich dennoch einen Niederschlag in den Mengenbilanzen haben.

Die komplette Abfallbilanz können Sie im PDF-Format hier downloaden: Abfallbilanz 2011

Stand: 18.12.2017